FKK Geschichte

Mit den Kleidern auch die Zwänge des Alltags ablegen – dieses Freiheitsgefühl und der direkte Kontakt mit den Elementen Luft, Erde, Wasser macht den Zauber der Freikörperkultur, kurz FKK genannt, aus.

Die ideologisch unterlegte, am Vorbild der altgriechischen Nacktkultur a la „Gymnasion“ angelehnte Nudisten-Bewegung lebte Mitte des 18. Jahrhunderts auf. Georg C. Lichtenberg publizierte 1795 „Das Luftbad“ und berichtete u.a. über den leidenschaftlichen Nacktbader Lord Monboddo. Hugo Höppener (Fidus) schuf die männliche Figur mit den himmelwärts gestreckten Armen, die bis heute Symbol der FKK-Szene ist.

Außer in Skandinavien regte sich im Rest Europas bald Protest aus der konservativen Ecke. Die Nacktkultur wurde als Sittenverfall angeprangert. Deren Aktivisten, darunter viele Intellektuelle und Künstler, verteidigten ihr Tun als wichtigen Teil ihrer Lebenseinstellung erfolgreich.

1898 entstand in Essen der erste Nacktkultur-Verein. Im französischen Etampes eröffnete 1904 ein großes Nacktkultur-Gelände. 1920 präsentierte Sylt den ersten offiziellen Nacktbadestrand. Die Bezeichnung „Nacktkultur“ wurde durch „Freikörperkultur“ ersetzt. Von 1931 bis 1936 taktierten deutsche FKK-Vereine um Fortbestand mit „Umstrukturierung“ in Sportvereine.

Nach dem 2. Weltkrieg boomte in allen deutschen Zonen der „Naturismus“. In der sowjetischen Zone (DDR) war das Nacktbaden seit Mitte der fünfziger, beliebt an Flüssen, Seen und am Ostseestrand.

In Frankreich (Montalivet) entstand 1950 das erste FKK-Ferienzentrum „Centre Hélio Marin“. Ein offizieller FKK-Campingplatz eröffnete 1959 am Rosenfelder Strand (Ostsee). In den 1960er Jahren schrieben die „Buhne 16“ (FKK-Strand Kampen/Sylt) und die Reiseflut der Deutschen an die FKK-Strände Jugoslawiens Geschichte. Der Reisevermittler Oböna brachte 1968 den ersten FKK-Reisekatalog heraus. 1969 folgte TOUROPA.

Beau Brummel schuf 1978 das größte FKK-Gelände der Welt (1000 Acres), den „Beau Valley Country Club“ in Südafrika. 1990 war Schluss.

1979/80 eroberten „Nackerte“ den Englischen Garten in München und halten bis heute die Stellung. Dem Beispiel folgten Berlin mit der Badewiese Halensee und viele inoffizielle Nacktbademöglichkeiten an Seen, Flüssen, Stränden.